Dienstleistungs- und Geschäftszentrum im Herzen der Innenstadt
Die Schloßstraße in St. Wendel zählt zu den wichtigsten Einkaufstraßen der Stadt mit zahlreichen alteingesessenen Fachgeschäften und Gastronomiebetrieben. Die Fassaden der Häuser stammen im Wesentlichen aus dem 19. und dem beginnenden 20. Jahrhundert. Sie zeugen vom Wohlstand des Bürgertums zur Jahrhundertwende.
Der Gebäudekomplex „Colbus-Haus“ bildet den nördlichen Abschluss der Schloßstraße und reicht die Grabenstraße entlang bis zum tiefer gelegenen Stadtquartier „Mott“.
Nach längerem Leerstand und mehreren vergeblichen Versuchen, private Investoren an dieses Projekt heranzuführen, hat der Stadtrat beschlossen, das Gebäude zu erwerben und hier einen Großteil der Verwaltung zusammen zu fassen. Derzeit sind die technischen Verwaltungseinheiten auf vier Gebäude im Stadtgebiet verteilt. Zum Teil besteht an den einzelnen Standorten der Bedarf, baulich nachzurüsten. Durch die Konzentration der Dienststellen im Colbus Areal, das nur 60 m vom Rathaus liegt, ergeben sich deshalb zahlreiche Vorteile für die Stadt und ihre Bürger.
Alle Ansprechpartner für technische Fragen an die Stadt sind in einem Gebäude zusammen gefasst. Ein barrierefreier Zugang ist dann auch für alle Abteilungen gegeben.
Durch die räumliche Nähe der Ressorts zueinander, entstehen Synergieeffekte sowohl in den täglichen Verwaltungsabläufen als auch auf informeller Ebene. Durch die kompakte Bauweise der Gesamtanlage und vor allem durch den auf die Bedürfnisse der Verwaltung abgestimmten Ergänzungsbau, können in Zukunft die Betriebskosten deutlich günstiger veranschlagt werden.
Mit Blick auf eine verträgliche Lösung für das umliegende Handels- und Gewerbegefüge hat sich die Stadt entschieden, die Flächen im Erdgeschoss für eine adäquate Nutzung frei zu halten und die Verwaltungseinheiten auf die übrigen Gebäudeteile zu begrenzen.
Ansprechpartner: Hans-Peter Rupp, Bauamtsleiter Stadt St. Wendel (06851/8091600, hrupp@sankt-wendel.de) Bernd Brill, Dipl-Ing. Architekt bda (06851/939883, brill@brill-glas.de)
Entwicklungskonzept stärkt Innenstadt
Mit dem Einzelhandelsgutachten, das der St. Wendeler Stadtrat nun verabschiedet hat, stärkt man die Innenstadt und schütz sie vor schädlicher Entwicklungen von außen. Auf Initiative von Bürgermeister Klaus Bouillon hat die Kreisstadt 2009 mit den Vorbereitungen für die Expertise begonnen, die vom Büro Dr. Acocella, Stadt- und Regionalentwicklung, aus Dortmund/ Lörrach als „Richtschnur“ für künftiges politisches Handeln und als Bewertungsgrundlage für neue Ansiedlungsvorhaben ausgearbeitet wurde. Auch die Bereiche Städtebau, Gastronomie und Verkehr wurden in die Analyse und die konzeptionellen Überlegungen einbezogen.
Wie Bouillon betonte, misst er dem sorgsam erstellten Einzelhandelsgutachten einen hohen Stellenwert bei, da es als fundierter und rechtlich belastbarer Leitfaden für zukünftige Entscheidungen bei der Ansiedlung neuer Unternehmen und zur Stärkung vorhandener Einzelhandelsbetriebe geeignet ist. Aus der Funktion der Stadt St. Wendel als Mittelzentrum ergibt sich neben der zentralen Versorgungsfunktion des Stadtgebietes auch die Sicherung einer Grundversorgung für die umliegenden Gemeinden, was eine gezielt Lenkung der Entwicklung im Einzelhandel notwendig macht.
Als Handlungsgrundlagen definiert das Gutachtens den zentralen Versorgungsbereich der Innenstadt, nennt Grundsätzen für die räumliche Einzelhandelsentwicklung mit konkreten Vorschlägen und führt in der „St. Wendeler Liste“ Sortimente auf, die als zentrenrelevante Elemente in der Innenstadt gewollte sind neben den nicht zentrenrelevanten Sortimenten. So zeigt das Gutachten, dass der zentrale Versorgungsbereich der Innenstadt nur eine geringe Bindungsquote im Nahrungsmittelsortiment sowie keinen Lebensmittelhandel vorhält. Daher werden für künftiges Handeln folgende Faktoren empfohlen: Schaffung einer flächendeckenden Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs, Mischung von Einzelhandel, Dienstleistung, Gastronomie, Veranstaltungen und Wohnen, verschiedene Branchen mit unterschiedlichen Betriebsgröße sowie Verdichtung des zentralen Versorgungsbereiches.
Für einzelne Stadt-Areale führt das Gutachten konkrete Entwicklungsoptionen auf. Im begrenzten zentralen Versorgungsbereich stellen das Postanwesen und die Freifläche in der Mott Potentiale dar. Für die Mott sind Einzelhandelsbetriebe (Nahrungsmittel, Bekleidung) in Erdgeschosslage und Dienstleister in Obergeschossen, für das Postareal Einzelhandelsbetriebe empfohlen. Außerhalb des zentralen Versorgungsbereiches bestehen Flächenpotentialen in der Jahnstraße und auf dem Bahngelände entlang der Eisenbahnstraße. An der Jahnstraße sind Einzelhandelsbetriebe mit nicht zentrenrelevanten Angeboten denkbar. Auf dem Bahngelände sind gemäß dem Gutachten nur Sortimente erlaubt die nicht zentren- und nahversorgungsrelevant sind, also keine Konkurrenz zur Innenstadt darstellen.
Vor dem Verfassen des Gutachtens haben die Experten die städtebauliche und funktionale Situation St. Wendels im Rahmen einer flächendeckenden Einzelhandelserhebung aufgenommen und bewertet. Auf dieser Grundlage wurden auch eine Entwicklungs- und Wettbewerbsprognose für den Einzelhandel erstellt. So prognostiziert das Gutachten bis 2020 einen möglichen Verkaufsflächenzuwachs bei den zentrenrelevanten Sortimenten in der Innenstadt von 10 bis 18 Prozent.
Als Standort für den Einzelhandel weist St. Wendel mit der Vielzahl seiner Betriebe, Schulen und Freizeitgäste generell günstige Bedingungen im Sinne von Kaufkraft, Besucherfrequenzen sowie städtebaulicher und politischer Rahmenbedingungen auf. Mit einer breit angelegten Förderung der Unternehmen und vor allem des innerstädtischen Einzelhandels ist es Bürgermeister Klaus in seiner Amtszeit gelungen, die gewerblichen Flächen in der Kernstadt zu verdoppeln. Gezielt auf die Innenstadt ausgerichtet ist das Vitalisierungsprogramm gegen leerstehende Ladenflächen, das Mietzuschüsse für Existenzgründer und Zuschüsse für Sanierungen an Ladenlokal beinhaltet. Rund 140 Betriebe haben bislang das Vitalisierungsprogramm in Anspruch genommen. Darüber hinaus sind viele weitere Aspekte der Stadtpolitik auf die Unterstützung des Handels ausgerichtet. Die Stadt kooperiert in der Aktionsgemeinschaft direkt mit den Kaufleuten, sie pflegt ein Leerstandsmanagement, und hält im Interesse der Geschäftswelt trotz Defiziten kostengünstige Parkflächen vor. Mit einer umfassenden Sanierung der Innenstadt und einer breiten Palette interessanter Veranstaltungen hat die Stadtverwaltung St. Wendel für Kunden und Besucher attraktiv gemacht.
Eine Kurzfassung des Einzelhandelskonzeptes können Sie hier einsehen.
Ansprechpartner: Hans-Peter Rupp, Bauamtsleiter Stadt St. Wendel (06851/8091600, hrupp@sankt-wendel.de) Maximilian Ries, Amt für Kultur, Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung Stadt St. Wendel (06851/8091803, mries@sankt-wendel.de)