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Geschichte



Die erste öffentliche Bibliothek in St. Wendel, mit einem Bestand von 1.150 Bänden, wurde am 10.9.1936 im Alten Rathaus eröffnet. Ein ständig wachsender Bestand bedingte mehrere Umzüge, 1950 in die Magdalenenkapelle, 1958 in die Bezirksberufsschule (hier erstmals mit Freihandaufstellung) und 1969 in das neu renovierte Schmoll'sche Haus. Den Namen Stadt- und Kreisbibliothek (Träger sind die Stadt und der Landkreis St. Wendel) führt diese Einrichtung seit dem Jahre 1965. In Ihrer Benutzerordnung ist ausdrücklich festgehalten, dass alle Einwohner der Stadt und des Kreises ihre Dienste in Anspruch nehmen können. Im Jahre 1988 wurden mit 23.513 Bänden 60.710 Ausleihen erreicht. Mit diesem Bestand und der stark angestiegenen Benutzung war die Bücherei im Schmoll'schen Haus vollständig ausgelastet und eine neue Lösung musste gefunden werden.


Mia-Münster-Haus


Auf Initiative von Bürgermeister Klaus Bouillon entstand in den Jahren 1986 bis 1989 in der Mott, in zentraler Lage, ein Neubau, der nach der St. Wendeler Künstlerin Mia Münster benannt wurde. Er bietet auf 2 Ebenen und je 650 qm Platz für ein Museum (Obergeschoss), sowie für die Stadt- und Kreisbibliothek (Erdgeschoss). Seit dieser Zeit wurde der Bestand kontinuierlich aufgebaut und um neue und elektronische Medien erweitert. Nicht zuletzt deshalb verzeichnet die Bibliothek heute mit über 130.000 Besuchern jährlich über 300.000 Ausleihen.

Zur Entwicklung der öffentlichen Bibliothek in St. Wendel



Bis zu einer lückenlosen Literaturversorgung und dem breiten Informationsangebot, wie es die Stadt- und Kreisbibliothek heute bietet, war es ein weiter Weg.

 

Die Eröffnung der ersten "Kreis- und Stadtbücherei" in St. Wendel erfolgte am 8. September 1936. Als "schöner Grundstock, große Auswahl bester Dichter und Schriftsteller im Dienste der Heimat" wurden die 1.150 Bücher der neuen Bibliothek im damaligen St. Wendeler Volksblatt bezeichnet. Am 10. April 1937 konnte das Blatt berichten, daß bereits 3.336 Buchausleihen getätigt waren. Bis zum Jahr 1940 war der Bestand auf 3.400 Bände angewachsen.

 

1950 wurde die Bibliothek in die renovierte Magdalenenkapelle verlegt und war dort bis 1958 unzulänglich untergebracht: Die räumlichen Verhältnisse erlaubten nur eine Thekenausleihe. In einem Raum neben der Bücherei war ein Kulturheim eingerichtet, das wichtige deutsche und ausländische Zeitungen und Zeitschriften sowie einen kleinen Buchbestand anbot.

 

Am 3. Dezember 1958 konnte die St. Wendeler Bibliothek in einen für die damalige Zeit ausreichenden und gut ausgestatteten Raum in der Bezirksberufsschule Wendalinusstraße einziehen. Hier war erstmals eine Freihandaufstellung möglich. Mit der Umstellung auf Freihandbetrieb änderte sich auch das Selbstverständnis der Bücherei: Bis zu diesem Zeitpunkt hatte man versucht, einen volkserzieherischen Auftrag zu erfüllen. Bibliothekare suchten die "passende" Literatur für die Leser aus. Jetzt konnte jeder Bürger frei wählen, was und wieviel er lesen wollte. Eine Beschränkung der Ausleihe bestand nicht mehr.

 

Im Hinblick auf die überörtliche Bedeutung und die gestiegene Nutzung der Bücherei durch die gesamte Kreisbevölkerung beteiligte sich der Landkreis St. Wendel ab Dezember 1968 mit einem Anteil von 50 % an den Gesamtkosten. Die Kostenteilung zwischen Stadt und Kreis sowie der Umzug in das gründlich renovierte Schmoll'sche Haus am 2. September 1969 brachten der Bibliothek einen enormen Aufschwung. Im ersten Jahr standen 14.722 Bände zur Verfügung, die 33.599 Ausleihen erzielten. Das entspricht einem Durchschnitt von 152 Ausleihen pro Öffnungstag. In den folgenden 20 Jahren war eine stetige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen. 1988, im letzten Jahr im Schmoll'schen Haus, wurden mit 23.513 Bänden 60.710 Ausleihen erreicht. Das sind bereits durchschnittlich 316 Ausleihen pro Tag. Mit dieser Bestandsgröße und der stark angestiegenen Benutzung war die Bücherei im Schmoll'schen Haus vollständig ausgelastet und eine neue Lösung musste gefunden werden.

 

So entstand in den Jahren 1986 bis 1989 in zentraler Lage ein Neubau mit moderner Bibliothek und Museum, der am 6. März 1989 eingeweiht und nach der St. Wendeler Künstlerin Mia Münster benannt wurde. Bei der Planung wurde auf behinderten- und seniorengerechte Ausstattung großen Wert gelegt. Die Innenausstattung wurde in Zusammenarbeit mit den Lieferfirmen teilweise neu entwickelt, um eine optimale Funktionalität und Flexibilität zu schaffen. So wurde es beispielsweise durch die Verwendung fahrbarer Bücherregale möglich, innerhalb kurzer Zeit Raum für Veranstaltungen in der Bibliothek zu schaffen. Die Ausstattung mit modernen Geräten sorgte für einen zügigen, reibungslosen und benutzerfreundlichen Betriebsablauf.

 

Mit der ersten EDV-Anlage in einer saarländischen öffentlichen Bibliothek ließen sich nun Medienbeschaffung, Benutzerverwaltung, Ausleihe, Rückgabe, Verlängerung und Vormerkung von Medien schneller und korrekter erledigen. Als besonderer Service wurde es damals den Benutzern erstmals möglich gemacht, ihre Medien telefonisch zu verlängern. Mitte der neunziger Jahre wurde eine neue, moderne EDV-Anlage mit Scannerverbuchung eingeführt, die, regelmäßig upgedated, auch heute noch in Betrieb ist.

 

Die Stadt- und Kreisbibliothek im Mia-Münster-Haus setzte frühzeitig auf audiovisuelle und elektronische Medien, sie gehörte zu den ersten öffentlichen Bibliotheken überhaupt, die einen umfangreichen CD-Bestand aufgebaut haben, und bot bereits im Jahre 2000 die ersten DVDs zur Ausleihe an. Im Oktober 1997 wurde erstmals ein kostenloser Internetzugang zur Verfügung gestellt, seit 2001 gibt es das Medienkompetenzzentrum der Bibliothek in seiner heutigen Form.

 

Im Jahre 2005 wurde die Kreisbildstelle des Landkreises St. Wendel in das Angebotsprofil der Stadt- und Kreisbibliothek integriert. Seit 2007 stehen auch ein Großteil der Buchbestände des Stadtarchivs für die (gebührenpflichtige) Ausleihe durch Bibliotheksbenutzer zur Verfügung. Zum Profil der neuen Bibliothek gehörte von Anfang an auch die Durchführung einer Vielzahl von kulturellen Veranstaltungen für alle Altersgruppen und Interessengebiete.

 

Beginnend mit 2003 hat die Bibliothek nach stetigem Ansteigen ihrer Beschaffungskosten erstmals Benutzungs- und Ausleihgebühren erhoben. Zuvor war die Nutzung vollständig kostenlos. Die zusätzlichen Einnahmen wurden in das Angebot der Bibliothek investiert, das so möglichst breit und aktuell gehalten werden konnte. Im Laufe der letzten Jahre wurde insbesondere die Förderung von Lesekompetenz mit einer Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen sowie die flächendeckende Medienversorgung durch die Zusammenarbeit mit den kleineren Bibliotheken des Landkreises in den Mittelpunkt der Arbeit gerückt.

 

Seit dem Jahr 2002 nimmt die Bibliothek alljährlich an dem bundesweiten Bibliotheksranking bix teil und belegt hier mit ihren Arbeitsergebnissen Plätze in den vorderen Rängen. Blickt man auf die Anfänge der St. Wendeler Bibliothek im Jahre 1936 zurück (1.150 Bücher, 3.336 Ausleihen) so erkennt man deutlich, einen wie tiefgreifenden Wandel die Medienlandschaft und die bibliothekarische Arbeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durchgemacht haben: Im Jahre 2008 erzielte die Stadt- und Kreisbibliothek mit einem Gesamtbestand von rund 80.000 Medieneinheiten insgesamt 337.879 Ausleihen, von denen die Printmedien "nur" noch einen Anteil von rund 56 % ausmachen. Mittlerweile ist es für die Kunden sogar möglich, über das Internet von zu Hause aus in den Beständen der Bibliothek zu recherchieren, Einblick in das eigene Benutzerkonto zu nehmen sowie Medien vorzubestellen und zu verlängern.

 

 


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