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Nachlese zum Ritterturnier in St. Wendel



Zu Ehren des Kaisers - Das große Turnier in Sankt Wendel



Das Donnern der Hufe, das krachende Brechen der Lanzen und der schneidende Klang von Schwertern. Zeichen und Signale einer vergangenen Ära, der Zeit Kaiser Maximilians I. - des „Weiß Kunig“.

 

Anlässlich der 500-jährigen Wiederkehr des Besuchs Kaiser Maximilians in St. Wendel während seines Aufenthaltes beim Reichstag in Trier im Jahre 1512 richtet die Kreisstadt ein großes authentisches ritterliches Turnier aus. Ein exklusives Erlebnis für Geschichtsinteressierte, Mittelalterfans und vor allem auch Pferdekenner. Am Rande sei angemerkt, dass Maximilian anlässlich des Reichstages 1512 in Trier die erste öffentliche Ausstellung des Heiligen Rockes beförderte, weshalb 500 Jahre später diese Reliquie 2012 nun wieder im Dom zu Trier ausgestellt wird.

 

Im zahlenmäßigen Umfang und in der zu erwartenden Qualität dürfte das in Sankt Wendel stattfindende Turnier weltweit keine Entsprechung finden. Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, wurden die besten Wettkämpfer der Welt - sie kommen von drei Kontinenten - zu einem seit Jahrhunderten in dieser Weise nicht mehr durchgeführten Wettstreit auf höchstem sportlichem Niveau eingeladen. Diese treffen in ihrer Gesamtheit in St. Wendel zum ersten Mal aufeinander, um sich in einem spektakulären Wettbewerb der „Stärke, Ehre und reiterlichen Meisterschaft“ zu messen und den weltbesten ritterlichen Turnierkämpfer unserer Zeit zu bestimmen. Im Gegensatz zu den heute üblichen Stuntshows, wird es bei den Kämpfen in St. Wendel keine abgesprochene bzw. eingeübte Choreographie geben. Die Zuschauer sehen echte sportliche Wettkämpfe wie in alter Zeit. Gewinnen wird tatsächlich der Beste!

 

Gekämpft wird nach vorgegebenem Reglement mit originalgetreuen „scharfen“ Waffen, in bester Ausrüstung und auf den edelsten Pferden, die zu großen Teilen aus der fürstlichen Hofreitschule in Bückeburg stammen bzw. dort trainiert werden. Diese, bereits jahrelang auf höchstes Niveau der „haute école dressage“ ausgebildeten Tiere, werden seit geraumer Zeit speziell auf ihre große Stunde hin geschult, um so den Kriegs- und Turnierpferden des Mittelalters und der Renaissance zur Ehre zu gereichen.

 

Die Protagonisten der mittelalterlichen Wettkämpfe waren Profi- und Spitzensportler ihrer Zeit; ihre Leistungen und ihre Publikumswirkung sind mit denen des heutigen Spitzensports

vergleichbar und finden sich in den adäquaten authentischen Leistungen der Akteure beim Jubiläumsturnier in St. Wendel wieder.

Die ritterlichen Akteure von heute sind allesamt hervorragende und hochtrainierte Reiter und Kämpfer, die darüber hinaus einen ausgeprägten fachspezifischen Hintergrund haben. So ist z.B. einer der besten Teilnehmer auch in seinem zivilen Beruf mit der Materie befasst. Er ist ein promovierter international anerkannter Waffenhistoriker mit Forschungsschwerpunkt in gotischem und renaissancezeitlichen Turnierwesen sowie in Rüstungen und Waffen aus der entsprechenden Zeitstellung. Es handelt sich um Dr. Tobias Capwell, den Kurator der Wallace-Sammlung in London.

 

Das Turnier wird an drei aufeinander folgenden Tagen von Freitag bis Sonntag, 31. August bis 2. September 2012, stattfinden und setzt sich jeweils aus drei Hauptelementen zusammen:

 

Die Jagd

Gezeigt wird die Falkenjagd zu Pferde, wie sie von den Edlen jener Zeit betrieben worden ist. Ebenfalls beim Adel beliebt war die Jagd mit Hunden und das Erlegen des Wildes mit dem Speer. Auch wenn Pfeil und Bogen bei der hiesigen Ritterschaft nur wenig militärische Berücksichtigung fanden, so nutzten Sie diese doch gerne bei der Jagd zu Pferde.

 

Der Tjost

Gezeigt wird die absolut authentische und extrem schwierige Form des Reiterkampfes mit Lanzen, der in dieser Weise nur selten und in der hier zu erwartenden Qualität praktisch nie gezeigt wird. Bemerkenswert ist auch die Zahl der hochkarätigen Wettbewerber, die voraussichtlich bei zehn liegen wird. In dieser Zahl und in der anvisierten qualitativen Zusammensetzung gab es in jüngerer Vergangenheit weder in Übersee noch in Europa eine vergleichbare öffentliche Veranstaltung.

 

Die Ritter werden in vollem Plattenharnisch mit echten ungeschwächten massiven Hochleistungslanzen, fast vier Meter lang und mit stählerner Spitze versehen, gegen einander anreiten und um Leistungspunkte kämpfen. Diese werden nach einem festgelegten Wertungssystem vergeben und den Zuschauern durch Herolde bzw. Kommentatoren erläutert. Diese Form des Turniers, der Tjost, war über viele Jahre der riskante Hochleistungssport der adligen Elite, engagiert praktiziert auch von Kaisern, Königen und Prinzen.

 

Das Melée

Es wird der spektakuläre Höhepunkt eines jeden Turniertages sein. Alle Ritter werden in zwei Teams in einem Massenkampf gegeneinander antreten. Sie kämpfen mit Schwertern und versuchen die gegnerische Partei vom Turnierplatz zu treiben. Um bei diesem atemberaubenden Wettstreit im Sattel zu bleiben und um vielleicht gar den Tagessieg zu erringen, brauchen die Ritter all ihr kampf- und reittechnisches Können.

 

In dem geplanten zahlenmäßigen Umfang und in der zu erwartenden Qualität dürfte das in Sankt Wendel stattfindende Melée weltweit keine Entsprechung finden.

 

Zwischen den Turnierblöcken

Die Zeit zwischen den einzelnen Wettbewerben wird mit mittelalterlicher Live-Musik und verschiedenen Demonstrationen belebt, u.a. einer Waffenpräsentation, bei der Akteure verschiedenste Geschütze und Handfeuerwaffen jener Zeit erklären und letztendlich abfeuern. Lohnenswert dürfte auch der Besuch des zeitgenössischen Lagers sein. Dort lassen sich unterschiedliche Ausrüstungen, einzelne Akteure selbst und vielfaches für Turnier und Reise notwendiges Handwerk genauer in Augenschein nehmen. Mit ein wenig Glück lässt sich auch der eine oder andere ritterliche Star des Turnieres dort entdecken.


 


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