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Wandern mit Besinnung
Unter dem Motto "Momente zum Innehalten" hat man historische Pfade neu belebt und damit die Jahrhunderte alten Pilgerstätten St. Wendel, Tholey und Marpingen miteinander in Verbindung gebracht. Die Pilgerwege verknüpfen in idealer Weise Wandern und Besinnen.
Das Wegekonzept umfasst vier Wege: den eigentlichen Wendelinus-Pilgerweg (15 km), der von St. Wendel nach Tholey führt. An diesen Hauptweg schließen sich drei Rundwege an, benannt nach den Schutzheiligen: der Wendelinus-Rundweg um St. Wendel (8 km), der Marien-Rundweg um Marpingen (10,5 km) und der Mauritius-Rundweg um Tholey (8 km). Die Wege sind alle ausgeschildert mit dem Pilgerstab-Symbol in verschiedenen Farben.
An allen Wegen wurden Besinnungstafeln aufgestellt mit Texten, die das Thema „Weg“ zum Inhalt haben. Sie sollen die Menschen anregen, sich Zeit zu nehmen, den Gedanken freien Lauf zu lassen. Vielleicht findet der Ein oder Andere eine kleine Lebenshilfe in den Sprüchen: Mut, Trost oder die Stärkung der Seele.
Wo könnte diese Besinnung ausgeprägter stattfinden als in der Natur? So spielte die Landschaft eine große Rolle bei der Auswahl der Standorte: Herrliche Aussichten, wie z.B. vom Missionshaus in St. Wendel, kleine beschauliche Orte, wie z.B. das Bacheltälchen bei Bergweiler oder historische Stätten, wie z.B. die Härtelwaldkapelle in Marpingen laden zum Innehalten ein. An allen Standorten befinden sich Ruhebänke, die an markanten Eckpunkten durch Natursteine ergänzt wurden. Durch ihre Symbolkraft erhalten die Texte einen ganz besonderen Ausdruck. Wandertafeln an zentralen Punkten mit Wegbeschreibungen und Erläuterungen vermitteln einen Überblick über den Verlauf der Pilgerwege, wichtige Anschlusswege, Rastplätze und Sehenswürdigkeiten.
Anregung zu dieser Initiative lieferte der Schutzheilige der Region, der hl. Wendelinus, der im 6. Jahrhundert im Sankt Wendeler Land lebte. Der Heilige gehörte der iro-schottischen Mönchsbewegung an und setzte sich für die Verbreitung des christlichen Glaubens in der Region ein. Der Legende nach war er als Königssohn auf dem Weg nach Rom. In St. Wendel, wo die nach ihm benannte Kapelle steht, ließ er sich als Eremit nieder und tauschte die Königskrone gegen den Hirtenstab.
Der Wendelinus-Pilgerweg beginnt an der Wendelinus-Basilika in St. Wendel. Die im 15. Jh. fertig gestellte spätgotische Kirche prägt weithin das Stadtbild. Der Wendelinuspark ist ein beliebtes Freizeitgelände. Bei Winterbach hat man herrliche Aussichten auf die hügelige Landschaft des Naturpark Saar-Hunsrück und im Bereich der ehemaligen Römerstraße einen wunderbaren Blick auf den 568 m hohen Schaumberg. Vorsicht geboten ist bei der Querung der Straße zwischen Winterbach und Alsweiler. Nachdem Alsweiler mit dem Alsbachtal durchwandert wurde, bietet sich beim Austritt aus dem Wald wieder eine wunderschöne Aussicht auf Tholey mit seiner altehrwürdigen Abteikirche. Im Wareswald lohnt sich eine Besichtigung der römischen Ausgrabungsstätte, die ca. 300 Meter vom Weg entfernt liegt. Dort kreuzten sich die in die Kaiserstädte führenden Römerstraßen: von Metz nach Mainz mit der von Trier nach Straßburg. Wir erreichen bald den Endpunkt des Wendelinus-Pilgerweges: die Abteikirche St. Mauritius.
Der Wendelinus-Rundweg nimmt an der Basilika seinen Ausgangspunkt. Das mittelalterlich geprägte Ambiente rund um den Fruchtmarkt vermittelt einen Eindruck von der einstigen Bedeutung der Stadt als Pilgerzentrum. Wir kommen am Wendelinusbrunnen mit einer schönen Darstellung des Heiligen vorbei. Die Wendelinuskapelle liegt im Wendelstälchen, wo jedes Jahr an Pfingstmontag die Pferdesegnung stattfindet. Der Legende nach hat an dieser Stelle die Klause des Eremiten gestanden und dort soll Wendelinus auch seine Schafe gehütet haben. Weithin sichtbar über der Stadt liegt das Missionshaus mit der 1910 erbauten Kirche. 1893 hielten die Steyler Missionare hier Einzug und übten von hier ihre missionarische Tätigkeit in alle Welt aus, vor allem in Lateinamerika und den Philippinen. Etliche Gegenstände (von Kult, Haushalt, Bewirtschaftung), die die Patres von ihren Reisen mit zurück brachten, sind im „Museum für Missions- und Völkerkunde“ zu bewundern.
Eine ausführliche Beschreibung aller Wege finden Sie hier. Gesamtübersicht als pdf-Datei (ca. 6MB)
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