Stephan Rausch (Bürgermeister Oberthal), Sebastian Thul (Umweltstaatssekretär), Reinhold Jäger (ÖFM), Eberhard Veith (ÖFM), Elisabeth Biwer (Beigeordnete Gemeinde Tholey), Andreas Veit (Bürgermeister Nohfelden), Peter Klär (Bürgermeister St. Wendel)

Wasser kennt keine Gemeindegrenzen: Startschuss zur Blies-Renaturierung

Gewässer machen an Gemeindegrenzen nicht halt. Daher haben sich die Stadt St. Wendel, die Gemeinden Oberthal, Tholey und Nohfelden mit der Naturland Ökoflächen Management GmbH (ÖFM) zusammengeschlossen, die Obere Blies gemäß der EU-Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu renaturieren.

Stephan Rausch (Bürgermeister Oberthal), Sebastian Thul (Umweltstaatssekretär), Reinhold Jäger (ÖFM), Eberhard Veith (ÖFM), Elisabeth Biwer (Beigeordnete Gemeinde Tholey), Andreas Veit (Bürgermeister Nohfelden), Peter Klär (Bürgermeister St. Wendel)Von der Bliesquelle in Selbach bis zur Kläranlage St. Wendel sollen in einem ersten Bauabschnitt insgesamt 15 km in einen naturnahen Zustand überführt werden. Es werden Wanderhindernisse wie Verrohrungen, Bauschutt und Müll entfernt und so die Durchgängigkeit der Blies wieder hergestellt. Ca. 2,7 km Gewässerrandstreifen werden ausgezäunt und mit rund 570 standorttypischen Ufergehölzen bepflanzt und 27 sogenannte Raubäume im Wasser verankert. Im zweiten Bauabschnitt ist geplant, Wehre und Wanderhindernisse für die Fische zu beseitigen, dafür müssen aber noch zusätzliche planungsrechtliche Voraussetzungen geschaffen werden.

„Begradigte und betonierte Bäche und Flüsse sind ein Risiko für Hochwasser, aber auch für die Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen. Die Gewässer müssen wieder in die Lage versetzt werden, sich selbst zu entwickeln. Ich freue mich sehr, dass sich an der Oberen Blies gleich vier Kommunen mit der ÖFM zusammentun, um dem Gewässer sein natürliches Bett zurückzugeben. Ein schönes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, betont Umwelt-Staatssekretär Sebastian Thul, der drei Zuwendungsbescheide überreichte. Das Land unterstützt diese Maßnahme mit 95 Prozent der anfallenden Kosten und insgesamt 244.263,03 EUR.

„All diese Renaturierungsmaßnahmen helfen den Gewässern, ihre ursprüngliche Eigendynamik zu erlangen und bilden eine erste Grundlage für den Hochwasserschutz, insbesondere durch die Schaffung von Retentionsraum“, ergänzt Eberhard Veith, Geschäftsführer der ÖFM. „Die ÖFM hat langjährige Erfahrung in der Umsetzung der WRRL und übernimmt für die Gemeinden und die Stadt als kompetenter Partner die Umsetzung und Koordination sämtlicher Maßnahmen.“

Saarlandweit hat die ÖFM bereits mehrere Gewässer auf einer Fließgewässerstrecke von über 60 km renaturiert.

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär: „Renaturierungsprojekte wie dieses sorgen für  natürliche Landschaften, die sich nicht nur  positiv auf den Artenreichtum auswirken, sondern die Gewässer auch weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels wie Starkregen- oder Hochwasserereignisse machen. Deshalb fügt sich diese Maßnahme sehr gut in unser bereits 2019 begonnenes Konzept zur Hochwasser- und Starkregenvorsorge ein.“