St. Wendeler Freiheitsfest

Freitag 27. Mai 1832 – für manche ein normaler Arbeitstag, für manche ein Brückentag ins verlängerte Wochenende. Für die St. Wendeler Bevölkerung des Jahres 1832 ganz gewiss kein normaler Tag. In Anlehnung an das Hambacher Fest feierten St. Wendeler Bürger und Anhänger der St. Wendeler Oppostion gegen die herzogliche Regierung in Coburg auf dem Bosenberg ein Maifest. Sie forderten die nationale Einheit und demokratische Teilhabe. Ein mit Freiheitskäppchen und schwarz-rot-goldenen Farben versehener Freiheitsbaum wurde errichtet und der suspendierte evangelische Pfarrer Carl Juch hielt eine Rede. Jugendliche brachten den Freiheitsbaum dann vor die Keller’sche Wirtschaft (heutiges Spinnrad) und stellten ihn dort auf.

Dies führte zu Konflikten mit der St. Wendeler Regierung, die eine unverzügliche Entfernung des Freiheitsbaumes forderte und nach Wiederständen aus der Bevölkerung das Preußische Militär anrücken ließ. Der Freiheitsbaum wurde entfernt, die Konflikte mit der herzoglichen Regierung in Coburg dauerten an.

Zum 190. Jubiläum der St. Wendeler Freiheitsfeste ist eine Broschüre zum Thema „St. Wendel im Vormärz“ erschienen. Sie ist kostenfrei im Rathaus, in der Stadt- und Kreisbibliothek, im Stadtarchiv, sowie im Museum St. Wendel erhältlich.