Gerhard Koepke - „So gerieth ihm leider der Reichthum seines Geistes zum Fallstrick“ – Carl Wilhelm Reginus Juch (1801-1858) 1.

Gerhard Koepke - „So gerieth ihm leider der Reichthum seines Geistes zum Fallstrick“ – Carl Wilhelm Reginus Juch (1801-1858) 1.


Carl Juch war neben Advokat Nikolaus Hallauer, Rektor Johannes Schué vom Lyzeum St. Wendel und Lehrer Philipp Sauer einer der führenden Köpfe des St. Wendeler Freiheitskampfes. Mit seinem Wirken in St. Wendel zu Zeiten der Herzogin Luise verbinden sich die Anfänge der Evangelischen Kirchengemeinde unserer Stadt.

Juch, gebildet und begeistert vom liberalen und nationalen Denken, von sozialer Gerechtigkeit und bürgerlichen Freiheiten war ein begnadeter Redner, dessen Predigten bei der Obrigkeit auf wenig Gegenliebe stießen. Dies gilt besonders auch für sein Auftreten beim Freiheitsfest 1832.

Predigtverbot, Entlassung aus dem Schuldienst waren die Folgen. Juch fasste anschließend nie wieder so recht Fuß.

Der Vortrag zeichnet sein Auftreten und Wirken in St. Wendel an Schule, Kirche und in der sonstigen Öffentlichkeit als einer der Aktivisten des Vormärz nach und versucht seine Persönlichkeit – gerade im Scheitern – für uns heute ein wenig nachzuzeichnen.

Juch verstarb, ausgewiesen aus St. Wendel, im Alter von 57 Jahren in seiner Geburtsstadt Gotha.