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Stadtansicht Rathaus Dom St. Wendel
29. Apr. 2026

Haushalt 2026 der Kreisstadt St. Wendel: Zukunftsprojekte realisieren, Infrastruktur stärken, Verschuldung begrenzen

Der Stadtrat der Kreisstadt St. Wendel verabschiedete in seiner Sitzung am 28. April den Haushalt für das Jahr 2026. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 109,9 Millionen Euro. Hohe Netto-Investitionen in Zukunftsprojekte und Aufwendungen für Modernisierung und Erhalt der städtischen Infrastruktur charakterisieren den Plan.

Netto-Investitionen von fast 12 Millionen und ein Gesamtvolumen von rund 109,9 Millionen Euro prägen den Haushalt der Kreisstadt St. Wendel im Jahr 2026. Das Gesamtvolumen erhöht sich im Vergleich zum Vorjahr um knapp zwölf Millionen Euro. Auf Grundlage dieses Haushaltsplanes setzt die Stadt trotz weiterhin äußerst schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen zentrale Zukunftsprojekte konsequent um, investiert in ihre Infrastruktur und verfolgt dabei gleichzeitig einen verantwortungsvollen Kurs zur Konsolidierung. So verbindet der St. Wendeler Haushalt 2026 Zukunftsinvestitionen mit Werterhaltung mit dem Ziel finanzieller Stabilität.

Dabei hält die Kreisstadt St. Wendel die Vorgaben des Saarlandpaktes auch ohne die aktuell geplanten Lockerungen ein. „Wir machen bewusst keinen Gebrauch von den neu eröffneten Möglichkeiten, zusätzliche Schulden aufzunehmen, um einen genehmigungsfähigen Haushalt aufzustellen. Stattdessen bleiben wir unserer Linie treu, unter den schwierigen Rahmenbedingungen das Bestmögliche für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, klare Prioritäten bei Erhalt und Modernisierung unserer Infrastruktur zu setzen und die Kernprojekte plangemäß umzusetzen“, betont Bürgermeister Peter Klär.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die deutliche Verringerung des finanzwirksamen Defizits. Dieses sinkt im Haushalt 2026 auf rund drei Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr noch bei sieben Millionen Euro gelegen hatte. Gleichzeitig reduziert sich die notwendige Aufnahme von Liquiditätsdarlehen um rund vier Millionen Euro. Möglich wird dies durch konsequente Sparbemühungen sowie durch Gebühren- und Steueranpassungen. Das entlastet auch die kommenden Haushalte, denn geringere Kreditaufnahmen bedeuten künftig weniger Zinsen und niedrigere Tilgungsverpflichtungen.

Eine erhebliche Belastung bleibt jedoch die stetig weiter steigende Kreisumlage. Diese erhöht sich im Jahr 2026 auf 27,3 Millionen Euro und liegt damit deutlich über den gesamten erwarteten Gewerbesteuereinnahmen der Kreisstadt in Höhe von 21,6 Millionen Euro. Dies zeigt, wie stark die Umlage den kommunalen Handlungsspielraum beeinflusst. Im Vergleich: Vor zehn Jahren lagen die Gewerbesteuereinnahmen mit rund 18,8 Millionen Euro noch deutlich über der damaligen Kreisumlage in Höhe von rund 14,6 Millionen Euro.

Trotz dieser Herausforderungen werden im aktuellen Haushaltsjahr zahlreiche wichtige Maßnahmen umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dafür auf den Investitionen. Für das Jahr 2026 sind Netto-Investitionen von fast zwölf Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel fließen unter anderem in die Beschaffung neuer Löschfahrzeuge, den weitere Ausbau zur Ganztagsbetreuung an den Grundschulen, in die Sportstättensanierung sowie den Neubau der Dreifeld-Sporthalle im Sportzentrum St. Wendel. Weiterhin vorgesehen ist die Implementierung eines kommunalen Energiemanagementsystems, städtebauliche Maßnahmen wie die Umgestaltung des Saalbau-Umfeldes, die Neugestaltung der Parkstraße und der Ausbau der Straße „Zum Rodenbühl“ in Remmesweiler.

Auch an den Schwerpunkten im Bereich der Aufwendungen wird die Ausrichtung des 2026er Haushaltes deutlich: Für Jugend, Schulen, Kindergärten und Spielplätze stehen rund 7,8 Millionen Euro zur Verfügung. Insbesondere für den Ausbau der Freiwilligen Ganztagsschulen wird noch einmal rund eine Million Euro mehr als im Vorjahr bereitgestellt. Auch die Zuschüsse für Kitas und Krippen steigen im Vergleich zum Jahr 2025. Hinzu kommen die freiwilligen Sonderleistungen im sozialen Bereich, die in anderen Kommunen kaum zu finden sind. Diese beinhalteten unter anderem die Zuschüsse zur Schülerbeförderung, zur Freiwilligen Ganztagsschule, den Transport der Kindergarten- und grundschulkinder, die Schulbuchausleihe, Senioren- und Jugendbeauftragte, die Kinderferienfreizeit sowie Kinder- und Märchenfeste, Haus der Jugend, Ausbildungsförderverein, besondere Maßnahmen der Jugendförderung wie der kostenlose Volleyball- und Musikunterricht für Grundschüler sowie das Projekt Musicalstadt St. Wendel.

In die städtische Infrastruktur – also Straßen, Wege, Plätze und öffentliche Einrichtungen – fließen rund zehn Millionen Euro. Diese Aufwendungen dienen vor allem der Werterhaltung. Die Kreisstadt investiert somit nicht nur in neue Projekte, sondern sichert zugleich den Bestand und die Qualität bestehender Gebäude, Straßen und Anlagen. Allein 2,8 Millionen Euro davon entfallen auf die Dorfgemeinschafts- und Bürgerhäuser, die als wichtige Treffpunkte des gesellschaftlichen Lebens in den Stadtteilen erhalten und weiterentwickelt werden sollen. Aufgrund bewusst vereins- und familienfreundlicher Nutzungsentgelte ist der Kostendeckungsgrad in diesem Bereich traditionell niedrig.

Zahlreiche Veranstaltungen stehen auch 2026 auf dem Programm und untermauern St. Wendels Ausnahmestellung als Kultur- und Sportstadt. Darunter finden sich zahlreiche Topevents mit überregionaler Bedeutung wie Globus-Marathon, Zauberfestival, Halloween in der City, Jazzfestival, Weihnachtsmarkt, Ostermarkt, LebensArt-Markt, Bauern-, Handwerker- und Winzermarkt und vieles mehr. Im Haushalt sind für diesen Bereich rund 500.000 Euro eingeplant. Darüber hinaus werden die Events über Sponsorengelder aus der freien Wirtschaft finanziert. Mit ihren mehr als einer halben Million Besuchern tragen diese Veranstaltungen viel zum erfolgreichen Standortmarketing der Kreisstadt St. Wendel bei und stärken so Wirtschaftskraft und Umsatz. Zudem erhöhen sie die Gästefrequenz erheblich, was zur Stärkung des lokalen Einzelhandels beiträgt. Künstlerische Beiträge liefern Stadtmuseum und Bibliothek durch regelmäßige Wechselausstellungen, Kunstberatungen und Lesungen. Weitere 702.000 Euro stehen für Tourismus und Wirtschaftsförderung bereit.

Für Umwelt, Forst, Natur-, Klima- und Hochwasserschutz sind rund 4,1 Millionen Euro eingeplant. Davon fließen z.B. knapp 2,3 Millionen Euro in die Natur- und Landschaftspflege. Für Sicherheit, Brand- und Katastrophenschutz werden mehr als 2,4 Millionen Euro veranschlagt.

Klär: „Mit dem Haushalt 2026 setzen wir darauf, auch in finanziell herausfordernden Zeiten verantwortungsvoll zu handeln, die Neuverschuldung zu begrenzen und gleichzeitig konsequent in die Zukunft der Kreisstadt St. Wendel zu investieren. Ziel ist es, zu gleichen Teilen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Lebensqualität, die Infrastruktur sowie die Entwicklungsperspektiven St. Wendels nachhaltig stärken.“

Foto: Kreisstadt St. Wendel/Josef Bonenberger

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